Gehirn passt sich aktiv an Stress an – besondere Rolle des Sehzentrums und des Vorderhirns aufgezeigt
Eine gemeinsame Studie des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung, der Universitätsmedizin Halle und der Universität Münster zeigt, dass Resilienz – also die Fähigkeit, trotz belastender Ereignisse psychisch stabil zu bleiben – kein fester Zustand ist, sondern auf aktiven Veränderungen im Gehirn beruht. Die im Fachjournal Science Partner Journal (SPJ) Research veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass resilientere Menschen visuelle Informationen effizienter verarbeiten: Sie reagieren schneller, machen weniger Fehler und zeigen eine besser koordinierte Zusammenarbeit relevanter Hirnregionen.
Dabei spielt insbesondere das Zusammenspiel zwischen dem Frontallappen und dem visuellen Kortex eine wichtige Rolle. Bei resilienten Menschen ist die Steuerung durch den Frontallappen, der für Kontrolle und Entscheidung zuständig ist, stärker. Durch bessere kognitive Kontrolle des visuellen Kortex, ist dessen Aktivität weniger zufällig und ungeordnet.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Resilienz mit spezifischen neurobiologischen Prozessen verknüpft ist und möglicherweise trainiert werden kann. Langfristig könnten diese Erkenntnisse helfen, neue Ansätze zur Prävention und Behandlung stressbedingter psychischer Erkrankungen zu entwickeln.
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